ab 7.Juni 2026

Julius Reinders    "Transmitter"

Kunst Macht Haltung

19.04.2026  -  31.05.2026

Künstler innen  vom BBK Bergisch Land

 

  

Vor vielen Jahren bezeichneten Politiker aus dem süddeutschen Raum Künstler-innen als Ratten und Schmeißfliegen. Als Gegenreaktion entstanden daraus viele Ausstellungen mit dem Titel „Kunst gegen rechts“. An dreien war ich damals selbst beteiligt, 2 davon in Berlin und eine Wanderausstellung quer durchs Ruhrgebiet. Musikalisch bekamen wir in Berlin Unterstützung von Hannes Wader, den können wir heute hier nicht bieten, aber auch so ist eine bunte und aussagekräftige Ausstellung entstanden.

 

 Zu dem Thema dieser heutigen Ausstellung fiel mir spontan ein Bild von

 Jörg Immendorff Bild ein : Wo stehst du mit deiner Kunst, Kollege?? Im linken Teil des Bildes sehen wir einen Künstler bei der ARBEIT im Atelier, der malt und über Stilfragen nachdenkt

 Popart, Landart, neuer Realismus, abstrakte Kunst, Op-Art ? Wo gehöre ich eigentlich hin? Von rechts betritt

 groß ein anderer Künstler das Atelier und fragt ihn laut: Wo stehst du mit deiner Kunst Kollege?? Fragezeichen

 Hinter diesem Künstler öffnet sich ein Blick auf eine Straße, auf der offensichtlich gerade eine Demo stattfindet: für höheren Lohn, bessere Arbeitszeiten und Bedingungen, die Teilnehmer tragen Fahnen und Transparente, wie wir es aus den Medien kennen oder selbst mitgegangen sind auf der Straße.

 Wo stehst du mit deiner Kunst ?? Muss Kunst raus aus dem Elfenbeinturm runter auf die Straße und wie oft denn noch, bis sich in den Köpfen etwas bewegt und, Bewußtsein verändert, oder ändert sich durch Kunst überhaupt etwas? Freitag früh in der Stille des Morgens und ganz in Ruhe habe ich mir die Arbeiten hier noch einmal darauf hin angeschaut , welche Wirkung diese Bilder wohl bei mir auslösen würden. Neugierde regte sich und die Frage kam auf, wollen mir die Künstler etwas mitteilen und was eigentlich? Ich suchte nach versteckten Botschaften, fand sie auch, behalte sie aber wohlweislich für mich. Sicher war aber, der Raum hat eine entspannende und beruhigende Wirkung bei mir ausgelöst, was für die Ausstellung spricht. Man spürt förmlich, dass die Künstlerinnen durch ihre Arbeiten etwas mitteilen wollen, nämlich, dass sie beunruhigt sind über diese Zeit und die Welt, in der sie leben; dass sie dafür ein hochentwickeltes Gespür haben und in der Lage sind, dies in ihren Arbeiten zu artikulieren.

 Und dieses Vermögen macht manchmal eben auch solche Kunst, wie wir sie hier sehen. Menschen, die sich diese Kunst anschauen, finden in diesen Arbeiten etwas, was sie sehr bewegt, ,was sie immer schon selbst sagen wollten aber vielleicht nicht ausdrücken können. Sie haben in der Regel Respekt und Achtung vor Künstlern/innen die das können und machen und auch in der Öffentlichkeit zeigen.

 Halten es Künstler mit der Macht (einige schon) oder sind Künstlerinnen kritisch gegenüber der Macht eingestellt ? Haben sie Haltung oder Rückgrat (einen geraden Rücken oder den aufrechten Gang) sich in ihrer Kunst für benachteiligte Menschen, für Frieden, oder Frauenrechte einzusetzen. Gegen Kindesmissbrauch, ausufernden Kapitalismus und eine permanente Konsumhaltung! Eigentlich keine Frage. Soll die Kunst das doch machen, sich einmischen, wenn Sie so wollen, politisch werden. Künstler müssen allerdings mit starkem Gegenwind rechnen. Wenn sie Partei ergreifen, setzt das Haltung voraus, oder auch Standfestigkeit und einen gewissen Zorn auf gesellschaftliche und politische Fehlentwicklungen. Das Bild von Immendorff ist ca. 1972 entstanden, das ist zwar lange her, aber deswegen rumort es in der Gesellschaft heute nicht weniger! Wenn sich dann die Kunst heute wieder mehr gesellschaftlichen Fragen zuwendet, kann man das durchaus positiv sehen, weil ich finde: Kunst erhält dann Gewicht und Aufmerksamkeit, die ihr gut zu Gesicht stände.

 

In der Literatur, im Theater und Film ist das bereits geschehen, dort wird massiv eingegriffen in den politischen und gesellschaftlichen Alltag und gegen korrupte Systeme und rücksichtslose Bereicherung von ohnehin schon Reichen!

 

Ich persönlich fahre auch gern zur Dokumenta, weil es dort mancherorts in Kassel künstlerisch und politisch richtig kracht, und ich mir sagen kann: ich stehe mit meiner Auffassung von Kunst nicht alleine da, gut zu wissen, es gibt auch noch Andere, die das ebenso auffassen, gut so!! Ich steh nicht allein.

 

Heute hier im Schauraum mit aufrechtem Gang:

 

Heike Kurth, Tati Strombach-Becher, Barbara Held, Kirsten Radermacher, Manuela Weber, Michael Dangel, Daphna Koll, Alvar Siefert, Sabine Regine Fuchs, und Annette Schulze Lohoff.

 

 

 siehe auch freundlich in Ruhrkanal.News:

 

 

 

 

https://ruhrkanal.news/kunst-bezieht-stellung-ausstellung-kunst-macht-haltung-im-wachszinshaus-eroeffnet/

 

 

 

 

Peter Nyman   "Hinter den Gesichtern"   Malerei

bis 10. 4. 2026

Painter, amazed by his own paintings. 2025/2026

Neue ERÖFFNUNG 16.11.2025   " Ja geht´s noch?"

Malerei von Dietmar H.D.T. Jäkel

Unter dem vieldeutigen Titel „Ja geht’s noch“ eröffnet das Wachszinshaus am 16.11.2025 seine neue Ausstellung mit Arbeiten des Essener Malers Dietmar H.D.T. Jäkel. Die Einladungskarte zeigt ein verführerisches Dekolleté einer apart gekleideten Frau und ihre beiden kräftigen Hände, die Geldscheine in einer Blechdose zählen.

 

Das Gemälde stammt aus einer etwa 30 Einzelbildnisse umfassenden Serie „ An der Frau“ .

 

Dietmar Jäkel versteht sich als malender Beobachter von Menschen und der Natur. Meist arbeitet er mit Ölfarbe auf Leinwand und kreiert Blätter, Blüten und Landschaften sowie ästhetische, fast fotorealistische Frauenbilder. Der Maler, der seine Arbeiten mit H.D.T. signiert, findet an der Frau vor allem Schönheit, Verführung und Glücksverheißung. Fasziniert von der Fantasie der Frau als Muse unterwirft er sich bereitwillig dem Mythos der Femme Fatale und huldigt somit einem traditionellen männlichen Blick auf die Frau.

 

Ja, geht das noch in dieser Zeit, in der Frauen selbst definieren, wie sie gesehen werden wollen und ihren selbstbestimmten Platz in der Welt der Kunst einfordern? Die Ausstellung wirft diese Frage auf ohne sie zu beantworten.

 

Dass der Maler Jäkel Frauen auch anders sehen kann, zeigt seine Serie: „Lost Faces“, Gesichter von Frauen voller Nachdenklichkeit und Wehmut.

 

Dietmar Jäkel, geboren 1953 in Gelsenkirchen, ist ein Kind des Ruhrgebiets. Schon als junger Mensch von der Malerei begeistert absolvierte er nach dem Abitur ein Studium an der Academie du Feu, Ravenel in Frankreich, sowie von 1975 bis 1982 ein Kunst- und Germanistikstudium an der Universität in Düsseldorf und Essen. Seit 1983 ist er als freischaffender Künstler tätig. Seine vielen Reisen und Kunstprojekte in Venezuela, Brasilien, Mexiko, den USA oder Kuba haben ihn zu einem Kosmopoliten auf der Suche nach neuen Wegen in der Malerei gemacht.

 

Dietmar Jäkel hat seine Werke in zahlreichen Einzel-und Gruppenausstellungen deutschlandweit und international gezeigt.

 

Seine Bilder befinden sich unter anderem im Museum Gelsenkirchen oder dem Museo de Arte Contemporáneo Caracasin in Venezuela.

 

Die Arbeiten des Künstlers Jäkel bestechen durch eine bemerkenswerte malerische Qualität, Präzision und Harmonie, die den Erfahrungsreichtum einer enthusiastischen Malerexistenz widerspiegeln.

 

Erstaunlich vielleicht sogar überraschend ist es, dass die erotisch anmutenden realistischen Sujets aus der Serie „an der Frau“ überwiegend von Frauen gekauft werden.

Text Schulze Lohoff/Nyman

 

Annette Schulze Lohoff  Malerei  "Stayin´Alive"

bis 10. 11. 2025

Text

vis á vis     Objekte, Bilder, Installation

von  Ike Vogt u. Harald Hilscher

6. Juli bis 6. Sept

Die Ausstellung, die für zwei Monate in den Räumlichkeiten des Schauraums sowie in der direkt angrenzenden St. Georgs-Kirche zu sehen ist, trägt den Titel „Vis à vis“ und lädt die Besucher dazu ein, über die Zusammenhänge von Wahrnehmung und Interpretation nachzudenken. Unter dem Motto „Was sehe ich und wie schaue ich – vom Gegenüber verändert – darauf zurück“ wird ein spannender Dialog zwischen den markanten Stilen der Künstler und der einzigartigen Architektur der Kirche geschaffen.

 

Den Auftakt der Eröffnungsfeier bildete ein thematischer Gottesdienst, der von Pfarrer Hansjörg Federmann geleitet wurde. Anschließend folgte um 11 Uhr eine inspirierende Einführung von Prof. Dr. Kunibert Bering, die das Publikum auf die kommenden Eindrücke einstimmte. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von den beeindruckenden Darbietungen von Tatjana Pereswetow am Akkordeon und María Cristina Witte an der Orgel, die der Vernissage eine festliche Atmosphäre verliehen.

Annette Schulze-Lohhoff und Peter Nymann, die seit Jahren für ihre Fähigkeit bekannt sind, außergewöhnliche Kunstprojekte nach Hattingen zu bringen, haben erneut bewiesen, dass sie im Austausch mit Künstlern ein besonderes Gespür für spannende Zusammenstellungen haben. Ihre Vision, ein Forum für Dialog und Entdeckung zu schaffen, ist in dieser Ausstellung mehr als gelungen: „Im gegenseitigen Anblick können die erstaunlichsten Dinge passieren“, so Nymann.

Die Ausstellung „Vis à vis“ bietet eine einmalige Gelegenheit, die Werke von Ike Vogt und Harald Hilscher in einem inspirierenden Umfeld zu erleben und sorgt für einen lehrreichen und anregenden Austausch unter den Besuchern.

„Wir laden alle Kunstinteressierten und Neugierigen herzlich ein, die faszinierenden Werke in dieser einzigartigen Kulisse zu entdecken. Die Ausstellung ist bis September 2025 zu sehen“, erklärt Annette Schulze-Lohoff.

 

 

Öffnungszeiten der Ausstellung:

In der St.-Georgs-Kirche täglich von 15 bis 17 Uhr, im Schauraum Wachszinshaus nach Vereinbarung. Am Sonntag, dem 10. August, sind Pia Marei Hauser (Flöte) und Torsten Töpp (Gitarre) um 17.00 Uhr mit einem Konzert in der Ausstellung zu hören.