Eröffnung des Schauraums-Wachszinzhaus    Juni 2016

Kunst will gesehen und manchmal auch gehört werden. Frischen Wind auf den Kirchplatz bringt der „Schauraum Wachszinshaus“, der am Sonntag, 26. Juni 2016, um 11 Uhr eröffnet wird (Kirchstraße 14). Der Neu-Hattinger Maler Peter Nyman und die Hattinger Künstlerin Annette Schulze-Lohoff bieten ein breites Spektrum moderner Kunst im Schauraum mit eigenen Arbeiten, Malerei und einer Performance unter dem Titel „Hin und wieder bin ich glücklich“. Bildhauerin Petra Pfaff (Halver) spricht zur Eröffnung.

Der Name spiegelt das Konzept des Künstler-Duos. Es geht um Schauen, einen profitfreien Ort für menschliche Begegnungen mit Kunst und Künstlern. Angestrebt wird eine breite Palette: Malerei, Performance, Installationen, Grafik, Skulptur, Tanz, Fotografie, aber auch Musik und Literatur. Erste Interessierte haben künftige Ausstellungen zugesagt. Die Kosten tragen die Initiatoren. Das Angebot will die Kulturlandschaft bereichern und die Chance bieten, sich langfristig zu etablieren. 

Brigitte Berns-Schreiber

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           

„Adam konnte sich an den Baum in der Mitte des Gartens gar nicht erinnern“

Giaconda Belli 

 

Diese Worte der Schriftstellerin Giaconda Belli bilden das Motto für die Ausstellung der Künstlerin Brigitte Berns-Schreiber, zu deren Eröffnung ich Sie, liebe Kunstfreundinnen und –freunde, herzlich begrüßen möchte.

 

Bei einer ersten, spontanen Betrachtung der hier präsentierten Bilder und Objekte werden Sie sich vielleicht gefragt haben, wo denn der oben angesprochene Adam zu entdecken sei?  Auch der damit angedeutete Bezug zum Alten Testament springt uns nicht beim ersten Hinsehen ins Auge.

 

Was wir sehen sind Motive, die Brigitte Berns-Schreiber aus der Natur und vor der Natur auf Reisen nach Schweden, Mexiko oder in heimischen Gegenden gezeichnet und gemalt hat: Hier rechts Pflanzen mit frischem Grün der Blätter, zarte Grashalme, kräftige Stämme, bizarre Palmwedel und leuchtendes Rosé von Frühlingsblüten. Dazu ein blauer Hauch von Wasser und Himmel, entspannte Atmosphäre - Ferienstimmung.

Welch eine Augenweide! Ein Garten Eden, diese Ausschnitte der Natur, wie wir sie uns wünschen, wie wir sie suchen. Adams verlorenes Paradies!

 

Auf der anderen Seite: Ein Kind in einer Trümmerlandschaft, kahle Bäume, abgestorbene Äste, knorrige Kopfweiden mit geborstenem Stamm, ein herbstlicher Wald als Aquarell in gebrochenen Farben, Wurzeln auf unwirtlichem Grund,  Steine und Mauern… Adam? In irdischen Sphären angekommen, konnte er sich nicht mehr an den Baum im Paradies erinnern…. der alte Bund war zerbrochen.

 

Verbunden und getrennt: ein starkes Seil, fest verknotet, sehen wir hinter mir in einer Bleistiftzeichnung, daneben in der Nische: ein fast zerrissenes, grell rotes Tau. Die Verbindung hängt „am seidenen Faden“. Auch im Fenster sind verschlungene Bänder oder Tücher in einer Serie von Graphiken zu erkennen, symbolhaft für engste Verbindung, z. B. wenn Sie so wollen, zwischen Mann und Frau. Eine Beziehung, die auch einengen und bedrängen kann, wie der Würgegriff der Schlange. Giaconda Belli formulierte es so: „ Eva wusste von der Existenz des Baumes und den Weg dorthin… Adam wäre ohne sie jedenfalls nicht hingegangen, soviel stand fest.“ 

Brigitte Berns-Schreiber führt uns in einer weiteren Werkgruppe in leuchtenden Farben von Gelb, Orange und Rot in fast surreale Traum-Landschaften, die glühende Sonnenuntergänge oder, wie sie sagt, „den wilden Herbst“ aufzeigen. Durch eingebrachte Fundstücke aus der Natur, Blätter, Borke, Holz, sogar Knochen sind dabei, wird die Leinwand in die Dreidimensionalität erweitert, die Malerei zur Assemblage ausgearbeitet, wodurch deren Objekthaftigkeit betont wird.

„Das Bild wird wirklicher“, so sagte der amerikanische Künstler Robert Rauschenberg, „wenn es aus Dingen der wirklichen Welt gemacht ist..“ 

Die äußere Realität wird mit der inneren Wirklichkeit, der Phantasie der Künstlerin, zu einer neuen Einheit verbunden. Der in zwei Arbeiten eingefügte torartige Bogen unterstreicht diesen Eindruck. 

T.S. Eliot formulierte es treffend: „…und das Ende allen Forschens wird sein, dort anzukommen, wo wir begannen, und den Ort zum ersten Mal zu erkennen, durch die unbekannte, wieder erkannte Pforte.“  

Auch die drei Bilder, im Fenster links, zeigen Kreisausschnitte und Bögen. In abstrahierter Form und zarten bis leuchtenden Farben erinnern diese an Sonne und Licht, wirbelnde Energie, lebendige Kraft. Vertikale Streifen oder Stützen geben Halt und Rahmen.  „Gestalten ist Erlösung“ so formulierte einst der Künstler Max Beckmann.

Soviel zu Deinen Bildern, liebe Brigitte. Für alle, die Dich noch nicht so lange und gut kennen, möchte ich einige biographische Anmerkungen anschließen.

Du wurdest in Essen geboren, bist in Castrop-Rauxel aufgewachsen und als Kind des Ruhrgebiets dieser Region bis heute treu geblieben bist.

Deine künstlerische Ausbildung erfolgte zunächst in Dortmund mit dem Studium der freien Kunst und später an der Folkwang-Hochschule in Essen im Bereich der Grafik. Deine Geburststadt wurde so auch wieder Wohnort, ein kleiner Abstecher ins Rheinland nach Düsseldorf sei erwähnt. 

Seit 1973 bis Ende 2005 bist du im Schuldienst als Kunsterzieherin tätig gewesen, die längste Zeit, nämlich 30 Jahre, an der Theodor-Körner-Schule in Bochum. 

Auch während Deiner schulischen Tätigkeit hast Du parallel dazu künstlerisch gearbeitet und ausgestellt. 

 

Meine Damen und Herren,  ich möchte Sie nun auffordern, dem ersten Hinsehen ein zweites Nachschauen folgen zu lassen – Kunst öffnet die Augen !!

Danke an Brigitte für alles. 

Danke für ihre Aufmerksamkeit.   Eröffnungsrede: Frau Dr. Bering, Kunsthistorikerin

 

 

Petra Pfaff u. Michael Kemmrich

 

 

"Uns schickt der Himmel" so betiteln die Bildhauerin Petra Pfaff und der Maler Michael Kemmerich andeutungsweise ihre Werke im Wachszinshaus, die dort ab dem 20. November zu sehen sind. Wohl auch deshalb, weil es sich tatsächlich um viele Himmel und ein Holzkreuz handelt.

Nicht nur zur Weihnachtszeit und nicht nur der Nähe zur St. Georgskirche geschuldet, beschäftigen sich  die beiden Künstler tatsächlich immer wieder mit gemalten Himmeln und christlicher Symbolik im Werkstoff Holz.

Holz und Papier, das ist das Material von Petra Pfaff. Sie hat schon ganze Baumstämme zu Objekten verarbeitet und raumfüllend ausgestellt und ihre sensibel bearbeiteten Papierflächen füllen ganze Wände.

Aus einem Holzstück mit Verästelungen wird ein Torso oder ein Körper mit durchscheinend glatter Oberfläche, aber auch noch, Achtung, mit spitzen Arbeitsspuren wie Splittern und Spitzen. Der Reiz, das Holz anzufassen ist groß, die kleinen Stachel mit Schelllack mahnen gleichzeitig zur Vorsicht. 

Durchlöcherte Papierarbeiten, die in ihrer Zeichenführung an Schnittbögen erinnern, allerdings aus Bütten, sind ebenso zu sehen wie kleine meisterliche Farbzeichnungen auf kleineren Formaten. 

Aus diesen homogen Papier- und Holzarbeiten fällt eine nahezu witzig-provozierende Arbeit heraus: Eine kleine Truppe von  Spielzeugsoldaten marschiert in der Nähe eines Erstehilfekoffers in Reih und Glied, so widersprüchlich und ohne Sinn, dass ein Lachen über unsere wirklichen Aufmärsche ein lauthalses Lachen möglicherweise im Keim erstickt. Ein beeindruckendes Objekt.

 

Die Bilder der Malers Michael Kemmerich sind zunächst einmal Landschaften, mit Horizont und weitem Himmel, wenn man so will, gemalte Himmel in jeder Form und Farbe; sehr intensiv und beeindruckend in ihrer Ausstrahlung und Farbgebung. Sie können einen verweilen lassen und heben die Stimmung. Das ein ganzes Werk aus Himmeln besteht ist sicher außergewöhnlich, aber nicht nur als Markenzeichen zu sehen. Es geht hier um Malerei in bestem Sinne. So wie Himmel und Wolken sich ständig verändern, so verändern sich Michael Kemmerichs Bilder ständig, er kann dies zeitlebends fortsetzen, den Betrachtern wie den Bildern, sind hier keine Grenzen gesetzt. Es ist und Bleibt Malerei mit hohen Assoziationsmöglichkeiten. Doch kommt man nicht umhin, sich mit den Bildtiteln zu beschäftigen, etwa "Dein schwarzes Haar Sulamith" aus Paul Celan Gedichten. Bürdet der Maler uns ein Rätsel auf oder liegt hinter diesen schönen Farben eine ganz andere Geschichte, ein Anflug von tiefer Nachdenklichkeit oder gar Trauer, die sich in den vielen Farbschichten wieder verflüchtigt.

Beide, Petra Pfaff und Michael Kemmerich, haben seit Jahren in ihren Arbeiten eine völlig eigenständige  Ausdrucksform entwickelt, die nun im Wachszinshaus mit der Eröffnung am 20. November um 11 Uhr im Schauraum am Kirchplatz einen geeigneten Platz und ein besonders schönes Umfeld findet.  

Ulla Kallert

  

 Der Leopard hält die Nase in den Wind und genießt die Sonnenstrahlen. Die Flecken seines Fells machen ihn nahezu unsichtbar; dabei ist er doch so schön.Ulla Kallerts Atelier in Dortmund Kreuzviertel ist so ein Ort. Die baumbestandene Straße vor ihrem Haus ist jahreszeitgemäß etwas trübe. Nur aus ihrem Atelierfrontfenster leuchtet etwas und in dem danebenliegenden Modelädchen erstrahlt so etwasfröhlich strahlendes in Form eines größeren Bildes und kleiner gerahmter Drucke oder Farbzeichnungen.Nach dem Besuch ihres Ateliers ist man erstaunt über soviel Farbe und Spritzigkeit sowohl in ihren Figurenbildern als auch in ihren abstrakten Kompositionen.In Erinnerung blieben überall auftauchende Farbflecken, leuchtend in Gesichtern von Kindern oder spontan nebeneinandergesetz, scheinbar hingekritzelte Strichlagen, dazwischen Linien, die verbinden oder abgrenzen, umkreisen und stenografieren.    Patchwork?Diese Farbflecken bleiben im Bewusstsein, als allgegenwärtig in ihren Bildern. Wie wenn man die Augen schließt und die Augenmuskulatur etwas presst und zusammenkneift, dann entstehen diese Farbeindrücke, die sich ständig verändern undchangieren von einer Farbe zur anderen. Bis sie sattgesehen sind und die Augen ermüden, von der intensiven Farbigkeit vonlila, rot-grün, orange und ständigem Wechsel, Schrumpfen undAusdehnen.Sinnstiftend und zugleich verwirrend, zumindest rätselhaft tauchen auch plötzlich, wie dazugehörig integriert, Satzteile wie ... take my gold..... wie zur Bekräftigung eigener künstlerisch-existenzieller Fragestellungen auf. Sollen wir über sie oder ihreLebensrolle als Künstlerin nachdenken oder ist es eine malerische Aufforderung zur Akzeptanz ihrer Arbeit oder ihrer Person. Ihre Bilder geben die Antworten darauf, sie sind einfach sehr präsent, ob mit Figuren oder ohne.So, wie sich ein Leopard in einer TV-Sendung abends räkelte in voller Schönheit und dennoch getarnt, so kamen uns Ulla Kallerts Bilder vor, jenseits ihrer Absichten und Ansinnen als Malerin. Sie können eine trübe Straße beleuchten; da stört auch nicht der Regen. Die Farbflecken bleiben als Freude und Genuss im Bewusstsein. Frau Kallert ist „immer auf dem Sprung!“Ulla Kallert, Malerin aus Dortmund:

Profihafte Beschäftigung mit der Malerei und eigenem Atelier seit annähernd 35 Jahren. Bevorzugtes Metier:  Farbe. Zahlreiche Ausstellungen nicht nur in ihrer Heimatstadt. Ausbildung bei bekannten Malern.Zuletzt Dortmunder U, Bielefeld, Montabaur, Rombergpark.2. Vorsitzende BBK Dortmund.  

Sudhir Vij

                                                        

 

Emotions, so fern und so nah:    Bilder einer langen Lebensreise 

 

Was zunächst einfach als ein Zeichen wahrgenommen wird, hier als Weg oder Schleife oder die Darstellung der Frauen, spiegelt sicher eine spirituelle Entwicklung oder einen kreativen Fluß von Lebensenergien, vielleicht aus der Farben- und Formenlehre der Chakren. Über sie kann sich unsere Seele ausdrücken, daher wohl der Titel : Emotionen, ( emotions wie Sudhir sagt) 

 

Über den auffälligen leer gelassenen Bildgrund in einer Reihe von Bildern wurde schon gesprochen. Er ist weiß.

In der indischen Nationalflagge symbolisiert weiß Wahrheit und Frieden.

Die Flagge ist in drei gleich große horizontale Streifen eingeteilt. Außer weiß trägt sie die Farben safran, ein dunkles Orange und grün mit einem blauen Chakra , dem 24 speichigem Rad in der Mitte der Fahne. Safran-Orange steht hier für Opfer und Mut, Grün für Glauben und Wachstum. 

Es existieren aber auch andere Deutungen und dass Farben vielfältige individuelle Bedeutungsebenen haben, ist bekannt.

 

Bernett Newman’s „ wer hat Angst vor rot, blau und gelb ließe sich hier in den Bildern erweitern auf „ wer hat Angst vor poppigen Farben, großen Zeichen und überhaupt Ungewohntem?

 

Dabei gibt es durchaus bei diesen Frauenbildern Vorbilder und Parallelen in der altindischen und modernen Malerei zu finden. Bilder von Göttinnen oder Frauengruppen tauchen immer wieder auf, auch in diesen intensiven Farben und auch in einer  ihnen eigenen Erotik

Gibt es eine Geschichte in diesen Bildern, die in ihren Wurzeln bis nach Indien reicht, über die Pop-Art Amerikas bis hin zum Tachismus oder den skizzenhaften Zeichen eines Cy Twombley reicht. Oder ist dies alles zu hoch gegriffen bei Sudhir Vij, der einfach nur Malen will und seine Emotions einerseits in fließenden Farben , andererseits in Klaren Formen äußert. Dabei fällt auf, dass kaum Korrekturen zu finden sind; was einmal da ist, bleibt stehen.Was allen Bildern gemeinsam ist, ist etwas der Mut, frei und ohne Rücksicht auf traditionelle Sehgewohnheiten auf der Leinwand zu agieren und sich damit als völlig individuellen Künstler zu präsentieren. Die Geschichte Indiens, Amerikas und Europas ist darin fragmentarisch enthalten. Schauraum-Wachszinshaus in Hattingen ist wieder eine neue Station.

 

Annette Schulze Lohoff u. Peter Nyman  aus eigenen Arbeiten

Kunstaktion in Schauraum Wachszinshaus

 

...ich mache mir die welt.....

 

Kunstaktion im Schauraum von Annette Schulze Lohoff

Täglich stürzen auf jeden von uns Nachrichten, die wir nicht hören möchten, Werbung für Dinge, die wir nicht brauchen herein. Man kann sich dem kaum entziehen, es  sei denn man setzt sich für eine Zeit in den Schauraum im Wachszinshaus am St. Georgskirchplatz zu Annette Schulze Lohoff, eine der beiden InhaberInnen und schaut ihr schweigend zu, wie sie Zeitungen in Streifen schneidet, zu einem Endlosband verklebt und daraus eine Kugel rollt, eine neue Welt. Unter dem Motto – ich mache mir die Welt- allseits bekannt aus dem Pippi Langstrumpflied, soll die Aktion nachdenklich machen und daran erinnern, dass es auch anders geht. In Kinderworten gefasst: 2x 3 macht 4 widdewitt und 3 macht 9 e.

Was so leicht und spielerisch daher kommt und 4 Wochen dauern soll, ist wohl tiefsinniger gemeint. Sagen uns die Nachrichten noch etwas über die Welt? Sind sie nur noch verkaufte Ware? Entsteht die Angst vieler Menschen heute vor der Zukunft, den Fremden, der Gewalt durch das, was uns berichtet wird?

Auch Annette Schulze Lohoff weiß nicht wie groß ihre Welt nach vier Wochen sein wird. „Ich komme mir ein bisschen vor wie der Skarabäus, der Mistkäfer, der den ganzen  Mist zusammen rollt um Fürsorge für seine Nachkommen zu betreiben“ sagt sie. Die alten Ägypter, die das Verschwinden der Mistkugel in der Erde beobachtet hatten, verglichen sie mit der Sonne, die am nächsten Morgen verjüngt wieder am Horizont erschien und neues Leben brachte. Mitten in der Papierkugel befindet sich ein Pferdeapfel, als Startermolekül für einen Veränderungsprozess z. B. selbst mal wieder etwas zu tun anstatt Meldungen nur zu konsumieren.

Heinz-E. Boden u. Irmela Boden

 

 Wer sich hier in diesen Raum begibt und sich in Ruhe umschaut, wird feststellen:

 

Alle Menschen, gleich geboren,

sind ein adliges Geschlecht !

 

Es ist etwas sehr eindrucksvolles, was uns hier umgibt: die Porträts an den Wänden strahlen eine ungeheure Sympathie für den Menschen aus, eine große Nähe zu den Abgebildeten, eine Heiterkeit und Freude. Diese Menschen so zeigen zu wollen, ist wohl das Anliegen des Fotografen:

 

Und gleichzeitig enthalten sie ein Geheimnis.

Es gibt keine Namen, keine Hinweise auf die Stellung, auf den Beruf, den Wohnort. Es gibt keine familiäre oder räumliche Zuordnung.

Es gibt Hände, die etwas verraten könnten, die sind jedoch von den Gesichtern getrennt, vereint auf einem Tableau im Fenster. Wir wissen nur, alle die hier versammelt sind haben etwas mit dem Kirchplatz zu tun. Sie leben oder arbeiten hier oder haben hier nur für einen Moment Rast gemacht.

Was hier zu sehen ist, ist wohl das Menschlichste eines Menschen, sein Gesicht.

Und vielleicht lässt der Blick in die Augen jedes Einzelnen einen Blick in seine Seele werfen. Wir sehen hier mehr als Augen, Nase, Mund.

 

Und obwohl die Menschen hier „nur“ als Porträt oder Bildnis zu sehen sind, lässt sich doch vermuten, dass alle Dargestellten sich mit beiden Beinen mitten im Leben befinden und so die Welt, die uns umgibt, hier gleichzeitig mit Einzug hält.

 

Porträtieren heißt neben Darstellen...auch hervorziehen und ans Licht bringen und das nicht nur äußerlich sondern auch die Persönlichkeit und das Wesen, und das glaube ich, ist hier eindruckvoll gelungen.

 

Geschichtlich gesehen, war das nicht immer so. Die Porträtierten oder die Bildnisse waren früher eher nicht individuell, sondern sozusagen standardisiert, viele Gesichter sahen gleich aus, sie waren eher ein erfundener Charaktertypus, man legte wenig Wert auf Porträtähnlichkeit, vieles entsprang auch der Phantasie.

 

 

 

 

 

 

 

Renaissance:

„Im Italien der beginnenden Renaissance wuchs das Interesse an individuellen Porträts nicht nur bei den Herrschenden, sondern auch in den Kreisen der Bankiers und Kaufleute. Verlangt werden vom Künstler sowohl Porträtähnlichkeit als auch eine gewisse Idealisierung und Typisierung in Hinblick auf das jeweils dominante Schönheitsideal. Als Künstler dieser Epoche sind zu nennen: Leonardo da Vinci mit seiner (Mona Lisa),

Raffaels Papstporträts von Julius II. und Leo X. 

oder Albrecht Dürers  Selbstbildnisse“.

Bei Rembrandt tritt ein wunderbares inneres Leuchten der Gesichter zutage, mit einer hohen Ausdruckskraft der Bildnisse von der Jugend bis ins hohe Alter.

 

Dies  sei ein kurzer Ausflug in die Geschichte, um doch wieder hier zu landen, bei den Porträts an den Wänden, die nicht gemalt, sondern fotografiert sind. Sie sind nicht einfach schwarz-weiß, sondern nuanciert in Dunkel, Hell und vielen Zwischentönen.

Wer einen da anschaut oder in die Ferne blickt, ist ein Mensch mit allen Facetten, keineswegs eitel oder selbstbezogen. Hier werden keine Selfies gezeigt,  keine egomanischen Selbstversicherungen in der Haltlosigkeit unserer Jetztzeit.

Ein Wohl dem Fotografen und Künstler, der den Menschen in seinen Bildnissen solchen Respekt entgegenbringt und dabei nicht die Schönheit der Gesichter vergisst. Man liegt nicht falsch, von Ebenbildern zu sprechen.  Den Gesichtern hier sind keine Zutaten beigegeben, keine Statussymbole, keine Autos, kein Pelz und keine Krone. Sie sind einfach so abgebildet, wie sie hier in diesen Raum hereingekommen und fotografiert worden sind, an vielen Tagen und in vielen Sitzungen, einer nach dem anderen, bis annähernd alle vom Kirchplatz hier versammelt waren, die hier leben, wohnen und arbeiten. 

Ihnen sei an dieser Stelle ausdrücklich für ihre Bereitschaft sich dem Fotografen auszuliefern aufs herzlichste gedankt. Ohne Sie hätte es dieses Fotoprojekt nicht gegeben.

 

Es sind auch keine Schnappschüsse, sie sind systematisch in einem Arbeitsprozess entstanden, die in einer Dokumentation enden, die wohl zeitlich einmalig ist, denn.... ob wir sie in dieser Form noch einmal hier zusammenbringen können, ist sehr unwahrscheinlich; es ist ein Dokument von den Leuten vom Kirchplatz hier und heute.

 

Wichtig ist: Einer hat die Bilder gemacht, mit der Kamera als verlängertes Auge, dem es wichtig ist, Menschlichkeit und Zwischenmenschlichkeit zu entdecken und zu zeigen.

 

Es hängen hier keine Selfies an den Wänden, weil dann würden wir die Menschen ob des vielen für wichtig erachteten Beiwerks nicht erkennen, dann würde das Wichtigste, das Gesicht vor Zugaben an Bedeutung verlieren.

 

„ Too much Selfies hurts!” Zuviel Selbstdarstellung verletzt, das ist hier vermieden, das ist auch gut so. Wir bleiben hier beim Wesentlichen, beim Menschen und dessen unverwechselbarem Antlitz. Trotzdem spürt man beim Hinsehen die Welt, sie spiegelt sich in all den Gesichtern.

 

 

 

 

Gestatten Sie noch etwas auf die Fotografien zu Übertragenes

von Wilhelm Busch:

 

Oft trifft man den, der Bilder malt,

viel seltner wen, der sie bezahlt.

 

 

 

Irmela Boden lebt und arbeitet seit 1983 in Remscheid als Tanztherapeutin und freie Tänzerin.

Sie hat an  Weiterbildungen in Tanz-Improvisation, Ausdruckstanz Tanztherapie und Choreographie bei bekannten Tänzern und Choreografen teilgenommen.( Akademie Remscheid)

1985 gründete sie die Gruppe Akzeptanztheater, deren Leiterin sie ist.

Seit 2013 kooperiert diese Tanztheatergruppe mit dem Westdeutschen Tourneetheater im Remscheid.

Zahlreiche weitere Solo- und Gruppenauftritte in den Bereichen Ausdruckstanz, Tanztheater und Tanzperformance in Kooperation mit anderen Künstlern und Kirchen.

 

Heinz Eberhard Boden fotografiert seit seinen 12. Lebensjahr. Seit diesen Kindertagen hat er sich Theorie und Praxis des Fotografierens intensiv autodidaktisch erarbeitet. Zunächst im Bereich der analogen Fotografie und seit dem Jahr 2000 erwarb er sich professionelle Standards im Bereich der digitalen Fotografie.

Dass sich dieser Werdegang neben einer geregelten Berufstätigkeit entfaltete, zeigt die tiefe Leidenschaft Heinz- Eberhard Bodens für die Fotografie. 

Belül Colak

"Gemalt in Holland, geboren in der Türkei..." Der Maler Behlül Colak aus Breda im Schauraum-Wachszinshaus.

 

Erstmals stellt ein niederländischer Maler mit einem bewegten Leben seine Bilder voller Poesie aber auch politischer Freiheit im Schauraum aus.

Wir wurden auf den Künstler aufmerksam, weil Seine verwandtschaftlichen Beziehungen bis   zum Kirchplatz in Hattingen reichen und waren bei zwei Atelierbesuchen überrascht von der Intensität der Bilder und Zeichnungen:

 

Hier Poesie und Mythologie, da eigene Geschichte und Freiheit, hier starke Farbigkeit, da klare Zeichnung.

Das Verlassen der Heimat, die Aufnahme in den Niederlanden, der persönliche Lebensweg bis hin nach Breda, das festhalten an der eigenen Kultur und Geschichte, ein Blick aus seinem Fenster auf die Gracht, inspiration zu einem Landschaftsbild in Holland, alles Aspekte, wie ein Künstler, der in Holland Malerei studiert hat, seine Lebensreise bebildert.

Malerei pur, starke Farben, nie aufdringlich, eher lyrisch in allen Themen und Sujets, wechseln ab mit klarer Zeichnung, Linien Mustern, sodass sich daraus eine hohe Anschaulichkeit und Wirkung ergibt. Die Bilder sind nicht rational erklärbar, sie erzielen ein hohe poetische Wirkung durch ihre irrationale Präsenz, sie atmen den Geist des Mythischen unlogischen aus und sind daher so anziehend, weil sie unsere Wirklichkeit teilweise ausklammern. 

Es sind Bilder aus anderen Geschichten, die wir trotzdem verstehen. Diese Bilder tragen ein Geheimnis.

 

Annette Schulze Lohoff u. Peter Nyman     "Ich setzte den Fuß in die Luft"

Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug

 

In diesen magischen Worten der Hilde Domin ist enthalten, was Menschen den Vögeln seit jeher neiden. Nun ist auch für sie - für viele von ihnen - die Luft zu dünn geworden. Siegreich erobert der Mensch und sein Kapital nun auch die Luft, diesen wunderbar transparenten Raum, den zu betreten ihm von Geburt an verwehrt war und zerstört alles was ihm dort in die Quere kommt.

Den leichtgewichtigen und gefährdeten Geschöpfen der Lüfte, ihrer Schönheit, ihrer Kraft und Musikalität, ihrer elterlichen Fürsorge und ihrem Stolz, ihrer Insiration für unsere Mythen und Träume ist diese Ausstellung gewidmet.

 

Beate Steven

 

Markante Holzfiguren von Beate Stevens im Schauraum-Wachszinshaus

Außergewöhnlich, dass eine Frau aus großen Holzstämmen Figuren sägt und schnitzt ist es schon und dass die Bildhauerin ihr Handwerk

meisterlich beherrscht, sieht man ihren Figuren an. Wie aus dem Leben gegriffen stehen sie als herbe Schönheiten im Raum, markant und gleichzeitig emotional anziehend.

„Ist das Mädchen brav, ist der Bauch konkav..“, so der Titel der Ausstellung macht deutlich, dass etwas über die Figuren hinausgeht, selbst als dargestellte Paare sind sie mit sich alleine in der Welt. Sie berühren deshalb die Seele, man möchte sie geradezu anfassen oder über sie reden, als seien sie dem Betrachter irgendwie bekannt. Sie sind tatsächlich dem Leben nah und gleichzeitig fern, sie sind uns bekannt, sodaß man sagen könnte: wie aus dem Leben !

Man findet seine Zeitgenossen oder auch sich selber wieder in den kleinen und großen Figuren, sie sind nicht glattgeschliffen sondern tragen die Arbeitsspuren noch an sich, so wie die Künstlerin sie herausarbeitet hat in klassischer Tradition der Holzbildhauerei, studiert in Österreich mit einem Atelier in Köln.

Das die Figuren so anziehend wirken, liegt daran, dass sie zwar dem Leben entnommen sind aber trotzdem ihre Autonomität gegenüber der Welt bewahren. Beate Steven zaubert aus dem Holz heraus ihre Ansicht der Welt über die menschliche Figur, unverwechselbar, auch mit Liebe zu Details und Überspitzungen, zusätzlich koloriert, was sie noch lebensechter macht, dabei gilt: du darfst mich anschauen aber nur mit den Fingerspitzen berühren, wir menschlichen Figuren haben eine empfindliche Haut.

 

Der Ausstellung in Hattingen war ein Atelierbesuch oder soll man sagen „Werkstattbesuch“ vorausgegangen. In einem großen alten Gebäudekomplex nahe der Kölnmesse hat Beate Steven ihr Heimat gefunden um zu arbeiten, eine Rampe zum Transport der Figuren führt in ihre Arbeitsräume. Hier riecht es nach Holz und Arbeit. Stämme zum Trocknen, Werkzeug, ein Kran zum Hieven, Zeichnungen an den Wänden, fertige Figuren und Angefangenes, unglaublich, was sich die zierliche Beate Steven an Kraftanstrengungen zutraut, um ihre Werke ausstellungsreif zu produzieren. Sie spricht über die Entstehungsprozesse der Figuren, über Gelingen der Arbeit, auch über Abbrüche und über ihre Vorstellungen von Holzbildhauerei und wie sie versucht, ihren eigenen Weg zu finden. Sie ist in Arbeitskleidung mit Arbeitsschuhen, man kann nie wissen bei diesen Holzstämmen. Bei der direkten Arbeit im Holz haben wir sie nicht gesehen, aber sie versichert uns, dass sie täglich stundenlang arbeitet um ihre Figuren zum Leben zu erwecken. Es hat was, sich mit diesen Figuren zu beschäftigen, humorvolles Lächeln stellt sich bisweilen ein bei all dieser Lebensnähe und Lebendigkeit, kann Beate Steven vielleicht nicht aufhören zu arbeiten und zu schnitzen bis sich Ähnlichkeit eingestellt hat bei den Figuren zur Lebenswirklichkeit ? Sollen sie uns ähnlich sein, sollen wir ihr Dasein so akzeptieren in der Welt ? Die Werkstattluft hat jedenfalls etwas von Arbeit Gesättigtes und der natürliche Werkstoff Holz tut ein übriges, um von einem Kunst-Entstehungs-Ort zu sprechen, man spürt einem Hauch von Schöpfung und Erschaffen.

Jürgen Grislawski

 

 

Liebe Gäste, lieber Jürgen Grislawski und Klaus Peter Kalwitzki

 

man fängt hier an, was da an den Wänden hängt, entschlüsseln zu wollen. Es gibt hier Nachrichten zu sehen, die man verstehen will. Dabei ist doch alles ganz einfach, wie der Titel Rauchen und Trinken ja sagt:

Der Künstler in seinem Atelier mit Zigarette und einem Glas Wein gibt sich seinen Überlegungen zur Welt hin, skizziert so vor sich hin, gibt dann die Farbe hinzu, tritt zurück, betrachtet das Werk und überläßt später eventuellen Betrachtern Bilder in Form von Rätseln und der Mutmaßung, dies sei großartig modern, neu.. usw..

 

Doch so ist das nicht! Wir mussten bis in die Schweiz fahren um genaueres über Jürgen Grislawski zu erfahren, dabei wohnt und arbeitet er gleich um die Ecke in Herne, genau in Wanne. Wir haben uns kontaktiert und dann ihn selbst in seinem Atelier besucht, in seinem Haus,wo früher auch eine Poststelle residierte.

Eigentlich lächerlich: wir hätten ihn im Internet nur anklicken müssen, dann wäre uns alles bekannt gewesen über ihn, und dass seine Frau auch Künstlerin, Fotografin ist, hätten wir auch gewußt.

Jedenfalls das Atelier ist ein richtiges Atelier, oder was man meint,das es ein richtiges Atelier ist.

Es sieht hier nach Kunst aus, nach Arbeit, besonders an den Wänden, wo die größeren und kleineren Werke hängen und erst recht in der Druckwerkstatt mit der Walze und den Kästen mit Buchstaben und Druckfarben.

Hier entsteht das alles, ein Werk und eine Ausstellungsliste ziemlich lang und beeindruckend; dabei nicht zu vergessen: Es ist alles Handarbeit, alles ist mit den Händen, Augen und Herz entstanden.

Wir haben uns gefreut, einen Kaffee zusammen getrunken und sind an die Arbeit gegangen, diesen Grafik-Zyklus hier nun auszustellen. Fragen werden zu dieser Kunst bleiben, die haben uns schon vor der Eröffnung einige Besucher gestellt.

Deshalb nur kurz dazu: Dies ist eine künstlerische Wand-Zeitung, die ganz anders aussieht als andere Zeitungen, sie enthält aber dennoch Informationen und auch Hinweise zum Künstler und der Welt.

Ich weise ausdrücklich auf das Blatt: Glück und Arbeit hin, es zeigt ein ganz harmonisches Gleichgewicht zwischen Selbsterkenntnis und schöpferischer Arbeit, so könnte eine Zufriedenheit aussehen, wenn Arbeit im Einklang mit uns selbst stünde.

Und was ich persönlich hochschätze, ist die Tatsache, dass sich hier ein Künstler ein ganz eigenes Bild von der Welt macht, nicht alles wörtlich zu nehmen haben und er hier mit dieser Arbeit keine "Meinungsmache" betreibt. Er zeigt uns seine ihm ganz eigene Welt und die ist sehr farbig und äußerst lebendig. Fragen Sie ihn, wenn Sie Fragen haben.

Ich weise noch auf 3 weitere Termine im Rahmen dieser Ausstellung hin:

am 19. Mai  Eckard Koltermann mit Musiksolo 19 Uhr

am 26.Mai  Tom Briele mit dem Film "entweder oder"  auch 19Uhr und

am  2. Juni  Robert Bossard "Kontroversation" ebenfalls um 19 Uhr, wo wir ganz herzlich zu einladen.

 

 

Hannelore Nierhoff u. Claudia Winkel

 

 

 

Mutter und Tochter und die Stille

 

Schrecklich laut ist das Leben für viele geworden. In der neuen Ausstellung im Schauraum Wachszinshaus mit dem Titel: „Stille Orte“ kann man dem Lärm des Alltags entfliehen. Claudia Winkels Zeichnungen hingen schon in einer Kirche und Hannelore Nierhoffs „Stilles Örtchen“ spricht für sich. Zwei Künstlerinnen, Mutter und Tochter, Hannelore Nierhoff aus Kamen und Claudia Winkel aus Bielefeld haben seit den Kindertagen der Tochter nie mehr zusammen gemalt. Jede von ihnen ist nach der professionellen Ausbildung ihren eigenen künstlerischen Weg mit überregionalen Ausstellungen gegangen. Hannelore Nierhoff kommt in Hattingen auf bekanntes Terrain zurück, vor Jahren stellte sie im alten Rathaus zusammen mit der Künstlergruppe „ Ultramarin“ aus. Nun sind die Arbeiten von Mutter und Tochter zum ersten Mal gemeinsam in dieser spannenden Ausstellung zu sehen.

Die Zeichnungen, Malerei und Installation entführen den Betrachter an stille Orte. Man trifft auf akribisch gezeichnete Insekten, Fliegen, Heuschrecken, Falter, im Moment des Landens auf einem Stück Papier oder auch im Zustand des Vergehens. Um sie herum ist Raum, der Gedanken wandern lässt. Auch Pflanzen sind zu sehen, z.B. Seerosen. Es sind aber nicht die Seerosen von Monet, die jeder kennt, es sind Seerosen auf einem großen stillen, vielleicht japanischen Gewässer. Viel Schwarz-Weiß ist im Raum. Unbedeutendes wird wieder wichtig, da wurde mit dem Zeichenstift geforscht und bewahrt, auch kleine Teile der Natur nicht übersehen, gepaart mit Zärtlichkeit und Poesie. Weniger Biologie und Anatomie als vielmehr das Festhalten eines kleinen Kosmos.

Dann gibt es noch diese Installation „ Stilles Örtchen“. Das scheint so profan, lässt aber den Blick sehr weit zurück gehen in die deutsche Geschichte. Wäre da nicht die Spiegelschrift “Buchenwald“ gäbe es viele solcher Orte, zu lesen bei Handke, oder zu finden in unserer längst vergangenen Zeit. Durch eine Bilderserie die zwischen Abstraktem und Assoziationen schwebt, wird die Ausstellung rund, die Bilder sind selbst Orte ohne jemals konkret zu sein: Geheimnisvolle Zeichen, Notizen, stille Winkel und Ecken, Landschaft, Architektur, Kindheit, Kreidezeichnung, Seelenpartikel. Eine lohnenswerte Ausstellung, Poesie und Philosophie in Zeichnung, Malerei und Installation.

Eröffnung am Sonntag, 9.07.2017 um 11.oo Uhr 

mit einer Einführung von Prof. Dr. Kunibert Bering, Hattingen von der Kunstakademie Düsseldorf

 

 

Peter Nyman und  Annette Schulze Lohoff